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日本へようこそ! Willkommen in Japan!

Nach einer 13-stündigen, schlaflosen Reise bin ich am letzten Freitag pünktlich um 08:50 Uhr in 名古屋市 (Nagoya-shi, Stadt Nagoya) gelandet. Ab heute habe ich eine Internetverbindung in meinem Zimmer, deshalb kann das Bloggen jetzt losgehen. Seit der Ankunft habe ich schon viele schöne Dinge erlebt – in den kommenden Tagen werden dazu sicher einige Einträge folgen. In diesem ersten Eintrag soll es zunächst um meine ersten Schritte in Japan gehen.

Direkt nach der Landung gab es bereits eine erste Hürde: Der Mitarbeiter am Flughafen, der meinen Reisepass und mein Visum entgegengenommen hat, sprach nur Japanisch. So wurden meine noch recht beschränkten Japanischkenntnisse gleich zu Beginn schon auf die Probe gestellt – aber es hat irgendwie funktioniert! Als Ausländer muss man bei der Einreise nach Japan seine Fingerabdrücke registrieren lassen und man wird fotografiert. Außerdem erhält man eine so genannte Residence Card, die man von da an als Ausweis immer bei sich tragen muss. Auf die Rückseite der Residence Card muss man von einer lokalen Behörde außerdem den Wohnort in Japan eintragen lassen.

Da der Flughafen auf einer künstlichen Insel vor der Küste liegt, ging es danach erst einmal mit dem Zug eine halbe Stunde lang in Richtung Nagoya bis zur Station 金山 (Kanayama), und von dort aus zur Station 名古屋大学 (Nagoya Daigaku). Zug- und U-Bahn-Tickets zu kaufen, war zu Beginn nicht so intuitiv. Man muss sich nämlich im Voraus auf einer Karte erkundigen, wie viel die Fahrt zum gewünschten Ziel kostet, und dann ein Ticket mit entsprechendem Wert am Automaten kaufen. Hat man das erst einmal durchschaut, ist es aber sehr einfach und eigentlich ein sehr faires System. Woran ich mich hier übrigens immer noch nicht gewöhnt habe, ist, dass Züge und Autos auf der linken Seite fahren.

In Japan wird man vor allen möglichen Gefahren gewarnt. Sogar ein Rollband (keine Treppe!) im Flughafen war mit Lautsprechern ausgestattet, die zur Vorsicht ermahnen: ご注意下さい (Go-chuui kudasai, Bitte seien Sie vorsichtig). Außerdem wird man stets vorgewarnt, wenn im Zug, in der U-Bahn oder sogar im Aufzug sich die Türen öffnen oder schließen. Wenn man an der Station wartet und der Zug sich nähert, wird ein kurzer Jingle abgespielt. Und bevor sich die Türen schließen, gibt es ein Feuerwerk an Warnsignalen – manchmal schon bevor alle Fahrgäste aussteigen konnten. Aber ich habe mich so schnell daran gewöhnt, dass es mir eigentlich gar nicht mehr auffällt. Beeindruckend ist die Pünktlichkeit: Seit ich hier bin, hat sich keine Bahn auch nur eine Minute verspätet.

Nach der Ankunft an der Zielstation und der Rückkehr zur Oberfläche musste ich feststellen, dass Nagoya ziemlich hügelig ist. Viele Straßen haben Steigungen – so auch die Straße zu meinem Studentenwohnheim, das auf dem 東山 (Higashiyama, Berg im Osten) liegt und インターナショナルレジデンス東山 (International Residence Higashiyama) heißt. Also musste das schwere Gepäck erst einmal hinaufgeschleppt werden, was von leichtem Regen und langsam einsetzender Müdigkeit begleitet wurde.

Doch an Ausruhen war gar nicht zu denken. Gleich nach der Ankunft am Wohnheim mussten einige Dokumente ausgefüllt werden, internetfähige Geräte für das lokale WLAN registriert werden und das Zimmer bezogen werden. Unterstützung gab es dabei von freiwilligen japanischen Studenten und Studentinnen, die gut gelaunt und sehr hilfsbereit waren. Auch hier hat sich herausgestellt, dass sich ein paar Japanischkenntnisse lohnen, da nicht alle Studenten und Studentinnen gut Englisch sprechen konnten. Und das gilt im Übrigen überall in Nagoya (und vermutlich auch in anderen Regionen Japans). Englischkenntnisse scheinen ziemlich begrenzt zu sein, wobei man den Eindruck gewinnt, dass die Japaner es prinzipiell gut verstehen, aber vielleicht nur zu schüchtern zum Antworten sind.

Der erste Tag hatte bereits ein volles Programm. Nach dem Beziehen des Zimmers, das übrigens mit eigenem Bad, Balkon und Küchenzeile ausgestattet ist, blieb keine halbe Stunde, bis es weiter zur Registrierung zum NUPACE-Office ging. NUPACE steht übrigens für Nagoya University Program for Academic Exchange und ist das Austauschprogramm der Universität. Im Anschluss gab es bereits eine begleitete Shopping-Tour im mehrstöckigen イオン-(AEON-)Kaufhaus an der U-Bahn-Station 八事 (Yagoto) für die ersten wichtigen Einkäufe, denn die Zimmer sind zu Beginn mit keinerlei Utensilien (Geschirr, Klopapier etc.) ausgestattet. Außerdem aßen wir dort unsere ersten ラーメン (Ramen), japanische Nudeln. Nach der Rückkehr am Wohnheim, nach über 30 Stunden ohne Schlaf, habe ich es nur noch geschafft, ein paar Minuten in der Lobby des Wohnheims zu verbringen, die bis heute für mich der einzige Ort im Wohnheim mit einer Internetanbindung war. Danach fiel ich praktisch sofort in den ersehnten ersten Schlaf in Japan.

In der Bildergalerie könnt ihr euch einige Eindrücke vom ersten Tag ansehen. Die kommenden Einträge werde ich vermutlich eher bestimmten Themen widmen, als bloß Tagesprotokolle zu schreiben. Bisher gefällt es mir sehr gut, doch der Kulturschock wird sicherlich auch irgendwann kommen. Danke fürs Lesen und bleibt dabei!

じゃあまたね!

Bildergalerie: Fotos vom ersten Tag in Japan
(1/7) Wohnheim International Residence Higashiyama, vor dem Eingang zu meinem Zimmer
Jan (Gast) – 07.04.2016 | 18:53 Uhr

Ein schöner Einstiegsartikel! Wünsche dir viel Spaß da drüben, genieß die Zeit.
Gibts eigentlich einen RSS Feed? Finde hier auf der mobilen Seite nix...

Brix – 07.04.2016 | 19:08 Uhr

@Jan: Sorry, noch nicht. Ich poste aber jeden Beitrag auch auf Facebook, dann verpasst du nichts :) Vielen Dank!

BluesDay – 08.04.2016 | 23:33 Uhr

Hey Brix! Schön auch auf diesem Kanal von dir zu hören. Das war ein sehr gut lesbarer und schöner Artikel, der mich super unterhalten hat. Danke für diese Mühe um uns daheim gebliebenen an deinem Abenteuer teilhaben zu lassen ;)

Viel Spaß noch weiterhin und ich freue mich mehr von dir zu hören :)

Summa_Maja – 12.04.2016 | 10:51 Uhr

Die Straße ist also geil und steil, soso.

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