Vor einer Woche habe ich im Kino "Die Tribute von Panem" (engl. Titel "The Hunger Games") gesehen. Es handelt sich um eine Buchverfilmung des ersten Teils der gleichnamigen Trilogie von Suzanne Collins, die damit in den Jahren 2008-2010 einen Welterfolg feiern konnte. Aufgrund des Erfolgs des Kinofilms ist auch eine Verfilmung der Fortsetzungen geplant.
Weil mir der Film sehr gut gefallen hat, habe ich mir direkt danach das erste Buch der Reihe bestellt und innerhalb von drei Tagen durchgelesen. Daher kann ich jetzt sowohl auf den Film als auch auf das Buch eingehen. Aber erstmal für die, die sie noch nicht kennen:
Die Geschichte
Panem ist das Nordamerika der Zukunft. Nachdem Kriege und Naturkatastrophen das Land zerstört haben, entstand ein Staat, der aus 13 Distrikten und seiner Hauptstadt, dem Kapitol, bestand. Jeder der Distrikte hatte eine bestimmte Funktion - beispielsweise der Abbau von Kohle in Distrikt 12 oder die Landwirtschaft in Distrikt 11 - die sie vor allem für die Menschen im Kapitol zu erledigen hatten, die im Wohlstand lebten, während sie selbst überwiegend hungern mussten.
Diese Ausbeutung ließen sich die Menschen in den Distrikten nicht lange gefallen und so rebellierten sie gegen das Kapitol. Jedoch hatten sie keine Chance gegen den technischen Vorsprung und die militärische Gewalt des Kapitols, sodass sie sich geschlagen geben mussten.
Um derartige Rebellionen zukünftig zu verhindern und die Distrikte an die vielen Opfer zu erinnern, die ihr Krieg ihnen eingebracht hat, wurden die Hungerspiele erfunden: Jeder der 12 Distrikte (Nr. 13 wurde bei dem Krieg vollkommen zerstört) musste von nun an jährlich einen Jungen und ein Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren in einen Wettstreit schicken, in dem die insgesamt 24 Teilnehmer (Tribute genannt) in einer riesigen Freiluftarena über mehrere Wochen gegeneinander antreten, bis einer von ihnen überlebt und als Sieger hervorgeht. Diese Spiele werden im ganzen Land auf riesigen Bildschirmen live übertragen und dienen vor allem den Menschen im Kapitol zur Unterhaltung.
Die 17-jährige Katniss Everdeen, die aus Distrikt 12 kommt und ihre 12-jährige Schwester Primrose (kurz Prim) und ihre verwitwete Mutter ernähren muss, verbringt ihre Zeit am liebsten mit ihrem guten Freund Gale beim Jagen im Wald. Zu Beginn der 74. Hungerspiele wird Prim als Tribut ausgelost. Um sie zu beschützen, meldet sich stattdessen Katniss freiwillig zu den Hungerspielen. Gemeinsam mit dem Bäckerssohn Peeta Mellark aus ihrem Distrikt muss sie ins Kapitol reisen und die Arena betreten, wo sie um ihr Überleben kämpft.
Das Buch
Das Buch ist in der Ich-Perspektive aus Sicht von Katniss geschrieben. Man erfährt also kontinuierlich alle ihre Eindrücke, Gedanken und Gefühle und kann sich so sehr leicht in sie hineinversetzen. Außerdem wird dadurch der Geschichte mehr Spannung verliehen, da Katniss selbst häufig nicht weiter weiß und nur spekulieren kann.
Das Buch selbst ist in drei große Teile gegliedert:
- Die Tribute (Vorstellung der Charaktere und ihrer Geschichten)
- Die Spiele (das Geschehen in der Arena)
- Der Sieger (wer die Spiele gewinnt und was danach passiert)
Sehr eindrucksvoll wird der krasse Unterschied zwischen den armen Menschen in den Distrikten, die um ihr Überleben kämpfen, und den reichen, sensationsgeilen Meschen im Kapitol geschildert. Auch wenn teilweise übertrieben dargestellt, lassen sich hier viele Parallelen zum echten Leben herstellen. Man entwickelt regelrecht eine Verabscheuung der Bewohner des Kapitols, deren einzige Sorge es ist, keine gute Show dargeboten zu bekommen.
Mit gerade einmal knapp 410 Seiten und recht großen Buchstaben ist das Buch ziemlich kurz und man verschlingt sehr schnell Kapitel um Kapitel. Das liegt aber vor allem auch an der kontinuierlich durchgehaltenen Spannung und angenehm einfachen und knappen Erzählweise.
Der Film
Der Film geht in eine etwas andere Richtung - man begleitet nicht die ganze Zeit bloß Katniss und ihre Gedanken, sondern bekommt auch Bilder aus dem Kapitol zu sehen, wo die Menschen die Tode der Tribute bejubeln und die Spielmacher den Tributen das Überleben so schwierig wie möglich machen.
Dabei ist die Perspektive ganz anders - genau wie die Zuschauer sieht man die Szenen in der Arena in der dritten Person und fühlt sich dabei selbst wie einer von ihnen - bzw. versucht sie nachzuvollziehen. Denn es ist nur schwer vorstellbar, das Gemetzel der Jugendlichen unterhaltsam zu finden - und doch schaut man sich ja gerade diesen Kinofilm an, oder? Alles nur Film und nicht real, möchte man sich herausreden, doch in der Geschichte selbst ist es vermutlich gerade diese Einstellung, die den Bewohnern des Kapitols jeden Skrupel ablegen lässt.
Insofern ist der Film nicht oberflächlich, sondern kann unter die Haut gehen, wenn auch aus einer anderen Sichtweise. Dazu ist die Geschichte nur geringfügig im Vergleich zur Buchvorlage angepasst und gekürzt worden und zusammen mit den sympathischen Schauspielern ergibt das einen guten, spannenden Film.
Mini-Fazit
Eine spannende Geschichte, Potenzial zur Fortsetzung, Stoff zum Nachdenken... mich haben Buch und Film in der vergangenen Woche vollkommen überzeugt. Deshalb habe ich auch bereits die beiden Nachfolger bestellt. Empfehlung hiermit ausgesprochen :)