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桜 (Sakura) und 花見 (Hanami)

Auch wenn die Zeit der 桜 (Sakura, Kirschblüte) in Nagoya bereits vorbei ist, möchte ich dazu noch ein paar Absätze schreiben, weil sie sehr eindrucksvoll war. Für die Japaner ist die Kirschblüte ein wichtiges Symbol. In den japanischen Nachrichten kann man z.B. zu Beginn des Frühlings den Verlauf der „Kirschblütenfront“ von Süd nach Nord verfolgen, also wo im Land sich zurzeit die Blüten öffnen. Danach dauert es knapp zwei Wochen, bis die Blüten wieder von den Bäumen fallen. Die Japaner nutzen diese Zeit, um 花見 (Hanami, Blütenschau) zu feiern. Dazu treffen sie mich mit Freunden und der Familie und machen eine Art Picknick unter den Kirschblütenbäumen, das aber bis tief in die Nacht andauern kann. Dazu gibt es reichlich お弁当 (Obentou, Essen zum Mitnehmen), aber auch お酒 (Osake, Alkohol) :D

Ich hatte mir schon einige Gedanken zu Hanami gemacht, bevor ich nach Japan gekommen bin, und war sehr froh, dass die Kirschblütenbäume zu meiner Ankunft am 1. April gerade in voller Blüte standen. Deshalb konnte ich selbst mit ein paar neuen Freunden mitfeiern. Dazu sind wir am Samstag, dem 02.04.2016, in den 鶴間公園 (Tsurumakouen, Tsuruma-Park) von Nagoya gegangen, eine große Parkanlage mit vielen Kirschblütenbäumen. Dort waren bereits sehr viele Menschen versammelt. Ich hatte mir Hanami immer sehr besinnlich und ruhig vorgestellt. So sah es zum Anfang auch aus – aber kaum war die Nacht hereingebrochen, wurde es zur einer großen Party. Es gab sogar eine Bühne und einen DJ, der die feiernde Menge mit Popmusik beschallte.

In der Bildergalerie könnt ihr ein paar Eindrücke der Kirschblütenzeit sehen:

Bildergalerie: Kirschblüten in Nagoya
(1/6) Hanami im Tsuruma-Park

Ich habe in Japan schon einige Widersprüche bzw. Paradoxien entdeckt, und eine davon ist sicherlich der Wandel der besonnenen, unauffälligen Japaner zum Partyvolk, wenn erst einmal Alkohol im Spiel ist ;) Unsere Gruppe wurde mehrfach von Japanern angesprochen, die gerne ein Foto mit Europäern machen wollten oder sich etwas unterhalten wollten. Im japanischen Alltag passiert das eigentlich nicht oder nur sehr selten. Da gewinnt man eher den Eindruck, dass die Japaner ziemlich schüchtern sind.

Da die Uni in dieser Woche angefangen hat, habe ich bereits viel zu tun. Trotzdem möchte ich versuchen, ein bisschen regelmäßiger zu schreiben, zumal ich schon einige interessante Themen habe. Bis dahin,

じゃあまたね!

日本へようこそ! Willkommen in Japan!

Nach einer 13-stündigen, schlaflosen Reise bin ich am letzten Freitag pünktlich um 08:50 Uhr in 名古屋市 (Nagoya-shi, Stadt Nagoya) gelandet. Ab heute habe ich eine Internetverbindung in meinem Zimmer, deshalb kann das Bloggen jetzt losgehen. Seit der Ankunft habe ich schon viele schöne Dinge erlebt – in den kommenden Tagen werden dazu sicher einige Einträge folgen. In diesem ersten Eintrag soll es zunächst um meine ersten Schritte in Japan gehen.

Direkt nach der Landung gab es bereits eine erste Hürde: Der Mitarbeiter am Flughafen, der meinen Reisepass und mein Visum entgegengenommen hat, sprach nur Japanisch. So wurden meine noch recht beschränkten Japanischkenntnisse gleich zu Beginn schon auf die Probe gestellt – aber es hat irgendwie funktioniert! Als Ausländer muss man bei der Einreise nach Japan seine Fingerabdrücke registrieren lassen und man wird fotografiert. Außerdem erhält man eine so genannte Residence Card, die man von da an als Ausweis immer bei sich tragen muss. Auf die Rückseite der Residence Card muss man von einer lokalen Behörde außerdem den Wohnort in Japan eintragen lassen.

Da der Flughafen auf einer künstlichen Insel vor der Küste liegt, ging es danach erst einmal mit dem Zug eine halbe Stunde lang in Richtung Nagoya bis zur Station 金山 (Kanayama), und von dort aus zur Station 名古屋大学 (Nagoya Daigaku). Zug- und U-Bahn-Tickets zu kaufen, war zu Beginn nicht so intuitiv. Man muss sich nämlich im Voraus auf einer Karte erkundigen, wie viel die Fahrt zum gewünschten Ziel kostet, und dann ein Ticket mit entsprechendem Wert am Automaten kaufen. Hat man das erst einmal durchschaut, ist es aber sehr einfach und eigentlich ein sehr faires System. Woran ich mich hier übrigens immer noch nicht gewöhnt habe, ist, dass Züge und Autos auf der linken Seite fahren.

In Japan wird man vor allen möglichen Gefahren gewarnt. Sogar ein Rollband (keine Treppe!) im Flughafen war mit Lautsprechern ausgestattet, die zur Vorsicht ermahnen: ご注意下さい (Go-chuui kudasai, Bitte seien Sie vorsichtig). Außerdem wird man stets vorgewarnt, wenn im Zug, in der U-Bahn oder sogar im Aufzug sich die Türen öffnen oder schließen. Wenn man an der Station wartet und der Zug sich nähert, wird ein kurzer Jingle abgespielt. Und bevor sich die Türen schließen, gibt es ein Feuerwerk an Warnsignalen – manchmal schon bevor alle Fahrgäste aussteigen konnten. Aber ich habe mich so schnell daran gewöhnt, dass es mir eigentlich gar nicht mehr auffällt. Beeindruckend ist die Pünktlichkeit: Seit ich hier bin, hat sich keine Bahn auch nur eine Minute verspätet.

Nach der Ankunft an der Zielstation und der Rückkehr zur Oberfläche musste ich feststellen, dass Nagoya ziemlich hügelig ist. Viele Straßen haben Steigungen – so auch die Straße zu meinem Studentenwohnheim, das auf dem 東山 (Higashiyama, Berg im Osten) liegt und インターナショナルレジデンス東山 (International Residence Higashiyama) heißt. Also musste das schwere Gepäck erst einmal hinaufgeschleppt werden, was von leichtem Regen und langsam einsetzender Müdigkeit begleitet wurde.

Doch an Ausruhen war gar nicht zu denken. Gleich nach der Ankunft am Wohnheim mussten einige Dokumente ausgefüllt werden, internetfähige Geräte für das lokale WLAN registriert werden und das Zimmer bezogen werden. Unterstützung gab es dabei von freiwilligen japanischen Studenten und Studentinnen, die gut gelaunt und sehr hilfsbereit waren. Auch hier hat sich herausgestellt, dass sich ein paar Japanischkenntnisse lohnen, da nicht alle Studenten und Studentinnen gut Englisch sprechen konnten. Und das gilt im Übrigen überall in Nagoya (und vermutlich auch in anderen Regionen Japans). Englischkenntnisse scheinen ziemlich begrenzt zu sein, wobei man den Eindruck gewinnt, dass die Japaner es prinzipiell gut verstehen, aber vielleicht nur zu schüchtern zum Antworten sind.

Der erste Tag hatte bereits ein volles Programm. Nach dem Beziehen des Zimmers, das übrigens mit eigenem Bad, Balkon und Küchenzeile ausgestattet ist, blieb keine halbe Stunde, bis es weiter zur Registrierung zum NUPACE-Office ging. NUPACE steht übrigens für Nagoya University Program for Academic Exchange und ist das Austauschprogramm der Universität. Im Anschluss gab es bereits eine begleitete Shopping-Tour im mehrstöckigen イオン-(AEON-)Kaufhaus an der U-Bahn-Station 八事 (Yagoto) für die ersten wichtigen Einkäufe, denn die Zimmer sind zu Beginn mit keinerlei Utensilien (Geschirr, Klopapier etc.) ausgestattet. Außerdem aßen wir dort unsere ersten ラーメン (Ramen), japanische Nudeln. Nach der Rückkehr am Wohnheim, nach über 30 Stunden ohne Schlaf, habe ich es nur noch geschafft, ein paar Minuten in der Lobby des Wohnheims zu verbringen, die bis heute für mich der einzige Ort im Wohnheim mit einer Internetanbindung war. Danach fiel ich praktisch sofort in den ersehnten ersten Schlaf in Japan.

In der Bildergalerie könnt ihr euch einige Eindrücke vom ersten Tag ansehen. Die kommenden Einträge werde ich vermutlich eher bestimmten Themen widmen, als bloß Tagesprotokolle zu schreiben. Bisher gefällt es mir sehr gut, doch der Kulturschock wird sicherlich auch irgendwann kommen. Danke fürs Lesen und bleibt dabei!

じゃあまたね!

Bildergalerie: Fotos vom ersten Tag in Japan
(1/7) Wohnheim International Residence Higashiyama, vor dem Eingang zu meinem Zimmer

Morgen geht's los!

Morgen um exakt 12:10 Uhr (vorausgesetzt, der Flug startet pünktlich) beginnt meine Reise nach Japan. Von Berlin-Tegel geht's über einen Zwischenstopp in Helsinki nach Nagoya, wo ich um 01:50 Uhr deutscher Zeit landen werde. Wer mag und so lange aufbleibt, kann die Flüge hier (Berlin–Helsinki) und hier (Helsinki–Nagoya) verfolgen.

Der Zeitunterschied zwischen Deutschland und Japan ist während der Sommerzeit +7h. Das heißt, ich werde um 08:50 Uhr Ortszeit ankommen – und daher hoffentlich im Flugzeug ein bisschen geschlafen haben. Mit der U-Bahn geht es dann im Anschluss zum Wohnheim direkt auf dem Campus der 名古屋大学 (Nagoya Daigaku), der Nagoya Universität.

Leider weiß ich noch nicht genau, wie schnell ich in Japan einen Internetanschluss bekommen werde. Deshalb wird der erste Eintrag nach meiner Ankunft vielleicht etwas auf sich warten lassen.

Ein etwas komisches Gefühl bekomme ich schon, wenn ich daran denke, für fünf Monate so weit weg von zu Hause zu sein. Aber meine Heimatstadt Wolfsburg hat mich vorgestern Abend bereits eindrucksvoll verabschiedet:

regenbogen_wolfsburg.jpg
Den Regenbogen deute ich einfach mal so: „Zeit, den Horizont zu erweitern!“

brixblog ist zurück!

Hallihallo! Nach fast zwei Jahren ist der brixblog endlich wieder da - naja, noch nicht ganz. Einige geplante Features fehlen noch und insgesamt wirkt die Seite vielleicht noch etwas leer. Aber das Gerüst steht, und zwar gerade noch rechtzeitig, damit ich auch in meinem anstehenden Auslandssemester in Japan bloggen kann, das am 1. April beginnt!

Hier ein Überblick über alles, was schon funktioniert:

  • Registrierung und Login (die Accounts von 2014 sind noch gültig - wer sein Passwort nicht mehr weiß, kann es über seine E-Mail-Adresse zurücksetzen lassen)
  • Hochladen eines Avatars
  • Kommentare (sowohl mit Account als auch als Gast, aber nur rudimentär)
  • Sortierung von Einträgen in Themen und im Kalender-Archiv
  • Responsive Webdesign: optimierte Anzeige für alle Geräte von PC über Tablet bis zum Smartphone
  • Bilder und Bildergalerien in Einträgen - davon werde ich sicher viel Gebrauch machen

Und hier alles, was noch nicht funktioniert, aber in Zukunft (d.h. nach meinem Auslandssemester) geplant ist:

  • Erstellen von eigenen Blogs und Einträgen mit individuellem Hintergrundbild und Akzentfarbe
  • Bearbeiten und Beantworten von Kommentaren
  • Benachrichtigungssystem bei neuen Einträgen und Kommentaren, bei dem man sich selbst aussuchen kann, welchen Bloggern und Einträgen man folgen möchte (das steckt hinter dem Briefumschlag-Symbol, das bisher noch keine Funktion hat)
  • Die Suchfunktion ist zwar schon auf der Oberfläche eingebaut, aber findet noch nichts
  • RSS-Feeds für Blogs, Themen und Archive

Natürlich soll es auch wieder die Tippspiele und vielleicht auch andere kleine Online-Spiele geben. Allerdings frühestens zum Ende dieses Jahres - das heißt, es wird diesmal leider auch kein Fußball-EM-Tippspiel 2016 geben. Zu dieser Zeit bin ich nämlich noch in Fernost und allein die Zeitumstellung würde es mir schon schwer machen, alle Ergebnisse aktuell zu halten ;)

Nicht geplant ist außerdem die direkte Integration von Facebook, Twitter und Co., da ich nicht möchte, dass deren Cookies sich auf meiner Webseite umschauen können. Wer Beiträge teilen möchte, kann das aber natürlich trotzdem tun, indem er einfach ganz klassisch den Link kopiert.

In den nächsten Tagen folgt noch ein ausführlicher Beitrag über das kommende Auslandssemester. Bis dahin könnt ihr mir ja unter diesem Eintrag schon einmal Feedback oder Anregungen hinterlassen - wobei ich sehr wahrscheinlich kurzfristig nicht mehr dazu kommen werde, sie umzusetzen. Trotzdem freue ich mich schon, dass endlich wieder etwas auf dieser Webseite passiert!

Bis dann und noch ein schönes Osterfest!
Viele Grüße - Brix

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